„Der Bierdeckel ist ein wertvolles Material im Recyclingkreislauf“
Name: Jens Kriete
Titel: Nachhaltigkeitsmanager der Koehler-Gruppe
Leidenschaft: Flohmarktbesuche
Alter: 52
Bei Koehler seit: 2020
Ein feiner Nebel hängt noch zwischen den Bergen des Schwarzwalds, während die Murg leise am KATZ Hauptsitz in Weisenbach vorbeiplätschert. Vom Holzplatz hört man leise das dumpfe Poltern der Holzstämme, die gerade angeliefert werden – jener Rohstoff, aus dem bei KATZ etwas ganz Besonderes entsteht. In der Produktion riecht es nach frischem Holz, welches entrindet und fein geschliffen wird. Im Pulper werden die Rohstoffe Holz und Wasser miteinander vermengt und auf der Pappenmaschine zu Holzschliffpappe weiterverarbeitet. Hier zeigt sich wie eng Natur und Technik bei KATZ zusammenarbeiten. Wer genauer hinschaut, erkennt sofort: Nachhaltigkeit ist hier nicht bloß ein Konzept – man kann sie hier im Alltag erleben.
Für Jens Kriete, Nachhaltigkeitsmanager bei der Koehler-Gruppe, ist dies ein Ort, an dem man mit allen Sinnen erleben kann, wie eine umweltbewusste Produktion funktionieren kann. Vielleicht kommt dieser Blick auf Umwelt und Nachhaltigkeit nicht von ungefähr: Schon in seiner Kindheit wurde er von Eltern geprägt, die Ressourcen achteten und bewusst lebten. Heute verbindet er dieses persönliche Fundament mit seiner beruflichen Aufgabe: Nachhaltigkeit sichtbar machen, voranbringen – und Menschen dafür begeistern. Auch privat mag er Dinge, die Geschichten tragen: Auf Flohmärkten findet er nicht nur besondere Stücke, sondern manchmal auch Schätze, die Erinnerungen zurückbringen. All das macht ihn zu jemandem, der Nachhaltigkeit nicht nur versteht, sondern lebt.
Herr Kriete, wie würden Sie Ihre Aufgaben als Nachhaltigkeitsmanager der Koehler-Gruppe beschreiben?
Meine zentrale Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Vorstand und dem Nachhaltigkeitsausschuss die Nachhaltigkeitsstrategie der Koehler-Gruppe weiterzuentwickeln. Wir definieren Ziele, legen Kennzahlen fest und bauen darauf konkrete Projekte auf. Ein wesentlicher Teil ist auch der jährliche Nachhaltigkeitsbericht – ein großes Projekt, das aber enorm wichtig ist, weil es transparent zeigt, wo wir stehen und wie wir Herausforderungen angehen.
Wie stellen Sie sicher, dass Nachhaltigkeit in einem großen Unternehmen wie der Koehler-Gruppe wirklich bei allen ankommt?
Wir haben einen klar strukturierten Zielprozess, der sich durch die gesamte Unternehmensgruppe zieht. Jedes einzelne Unternehmen, jede Einheit – egal ob Produktion, Einkauf oder Vertrieb – hat klar definierte Aufgaben und Kennzahlen. Mit der internen Kommunikation und unserem Nachhaltigkeitsbericht schaffen wir Transparenz. So wird Nachhaltigkeit Teil des Arbeitsalltags. Ich freue mich, diesen Bereich maßgeblich mitgestalten zu können. Nachhaltige Entwicklung und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu verbinden, ist eine Aufgabe, die mich motiviert.
Welche Rolle spielen KATZ und die Standorte Weisenbach und Willstätt innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie der Koehler-Gruppe?
KATZ hat innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie der Koehler-Gruppe eine besondere Rolle, weil die Standorte Weisenbach und Willstätt eindrucksvoll zeigen, wie regionale Wertschöpfung, kurze Transportwege und ressourcenschonende Prozesse miteinander verknüpft werden können. Wir beziehen einen noch kaum bearbeiteten Rohstoff und erzeugen daraus ein vollkommen fertig konsumierfähiges Produkt. Das machen wir bei KATZ mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, erneuerbarer Energie aus unserem Wasserkraftwerk und mit regionaler Holzbeschaffung. KATZ vereint somit Beispiele umweltfreundlicher Prozesse und diese münden dann in ein so ikonisches Produkt mit natürlicher Haptik, welches nach Gebrauch auch noch sehr gut wiederverwertbar ist.
Diese konsequente Ausrichtung auf nachhaltige Prozesse wird uns auch von Dritten bestätigt – die Koehler-Gruppe wurde bereits zum zweiten Mal in Folge mit EcoVadis Platin ausgezeichnet wurde. Mit Platin gehören wir zu den besten ein Prozent aller bewerteten Unternehmen weltweit. Für unsere Kunden bedeutet das, dass sie auf uns als Partner beispielsweise in Sachen nachhaltige Lieferkette vertrauen können. Wir arbeiten mit FSC®1‑ oder PEFC2‑zertifizierten Forstbetrieben. Das Holz stammt überwiegend aus der Region – und es handelt sich vor allem um Schleifholz, also die dünnen Stammteile der Bäume, die sich für Sägeholz nicht mehr eignen. Daraus etwas Hochwertiges herzustellen, ist echte Ressourceneffizienz.
Wie nachhaltig ist der Getränkeuntersetzer im Vergleich zu alternativen Materialien?
Der Getränkeuntersetzer von KATZ ist im Vergleich zu alternativen Materialien sehr nachhaltig. Mit einem Faseranteil von rund 84 % besteht er überwiegend aus hochwertiger Faser – womit es sich auch sehr für den Recyclingkreislauf eignet. Die Untersetzer aus Holzschliffpappe sind robust genug für mehrere Nutzungsrunden in der Gastronomie und lassen sich anschließend problemlos dem Altpapier zuführen. Dort liefern sie hochwertige Fasern, die der Kreislauf dringend benötigt. Viele Alternativen, wie Servietten, sind entweder weniger saugfähig, weniger haltbar oder nicht gut recycelbar. Der klassische Bierdeckel hingegen funktioniert an jedem Tisch, transportiert Markenpräsenz und schließt am Ende seines Einsatzes den Rohstoffkreislauf sinnvoll. Außerdem: Ein noch ikonischeres Produkt wird es, wenn wir endlich unsere Steuerklärung darauf machen können.
1FSC-C166257
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